Aktuelle Behandlungsstrategien für Patienten mit ARDS – Video-Interview

Damit sich die Lunge erholen kann, bedarf es der Sicherung der Oxygenierung und der Vermeidung zusätzlicher Schädigungen durch Beatmung oder Hypoxämie (Sauerstoffmangel). Das Management von ARDS konzentriert sich daher auf eine lungen-protektive Unterstützung der Atmung sowie auf die Therapie der Ursache, ein sorgfältiges Flüssigkeitsmanagement und allgemeine unterstützende Maßnahmen [1] wie die Bauchlagerung. 

Bei der Behandlung von Patienten mit schwerem ARDS bildet die ECMO eine Grundsäule. „Sie macht lungen-protektive Beatmung möglich bzw. Beatmung überhaupt erst möglich“, so Prof. Dr. med. Lepper, leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin V am Universitätsklinikum des Saarlandes (UKS).

Derzeitige Therapieansätze im Überblick [2]:

  • Neue Leitlinien zur mechanischen Beatmung liefern evidenzbasierte Empfehlungen zu sechs lungen-protektiven Interventionen. Zusätzlich zu den Empfehlungen für die invasive Beatmung kann die nicht-invasive Beatmung bei Patienten mit leichtem ARDS angewendet werden.
  • Begleitende Interventionen zur weiteren Minimierung von VILI (ventilator-induced lung injury), wie z.B. die Bauchlagerung bei Patienten mit einem PaO2/FiO2-Verhältnis von weniger als 150 mm Hg, sind mit einem signifikanten Mortalitätsvorteil verbunden. Neuromuskuläre Blockaden (NMB) und ECMO stellen bei schwerem ARDS ergänzende Therapien dar.
  • Präventive Therapien konnten bislang nicht als wirksam nachgewiesen werden.
  • Pharmakologische Therapien wie β2-Agonisten, Statine und der Keratinozyten-Wachstumsfaktor KGF erwiesen sich ebenfalls nicht als vorteilhaft und sogar potentiell schädigend.

Schauen Sie hier ein ausführliches Interview mit Prof. Dr. med. Lepper, leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin V am Universitätsklinikum des Saarlandes (UK).

Interview_mit_Cardiohelp_Frage_MQ

Sie wollen mehr darüber erfahren, wie unsere Produkte und Lösungen Sie bei der Behandlung von COVID-19 Patienten unterstützen kann? Hier geht's zum COVID-19 Resource Center

 

Literatur:

[1] Matthay MA, Zemans RL, Zimmermann GA et al., Acute respiratory distress syndrome, Nat Rev Dis Primers. 2019 Mar 14;5(1):18)

[2] Fan E, Brodie D, Slutsky AS. Acute Respiratory Distress Syndrome: Advances in Diagnosis and Treatment. JAMA. 20. Feb 2018;319(7):698-710.

[3] Bellani G, Laffey JG, Pham T, et al. LUNG SAFE Investigators; ESICM Trials Group. Epidemiology, Patterns of Care, and Mortality for Patients With Acute Respiratory Distress Syndrome in Intensive Care Units in 50 Countries. JAMA 2016, Feb 23;315(8):788-800.

[4] Fan E, Brodie D, Slutsky AS. Acute Respi- ratory Distress Syndrome: Advances in Diagnosis and Treatment. JAMA. 20. Feb 2018;319(7):698-710.

[5] Fan E, Del Sorbo L, Goligher EC, et al. American Thoracic Society, European Society of Intensive Care Medicine, and Society of Critical Care Medicine. An Official American Thoracic Society/Euro- pean Society of Intensive Care Medicine/ Society of Critical Care Medicine Clinical Practice Guideline: Mechanical Ventilation in Adult Patients with Acute Respiratory Distress Syndrome. Am J Respir Crit Care Med. 1. Mai 2017;195(9):1253-1263.