Akutes Lungenversagen (ARDS) - frühzeitige Diagnose & Therapie

Eine frühzeitige Diagnose und das rechtzeitige Initiieren einer adäquaten Therapie sind eine große Herausforderung. ARDS hat kein klar definiertes, abgegrenztes Krankheitsbild. Das Syndrom wird durch multiple Faktoren ausgelöst und tritt mit komplexen Symptomen auf. Die Festlegung von eindeutigen Kriterien, die ein klares und rechtzeitiges Ja oder Nein ermöglichen, ist schwer.

Die Diagnose von ARDS hängt allein von klinischen Kriterien ab, da es bei den meisten Patienten nicht möglich ist, direkte Messungen der Lungenschädigung durch pathologische Proben des Lungengewebes zu erhalten, und weder der distale Luftraum noch Blutproben zur Diagnose von ARDS verwendet werden können (1). Die klinische Interpretation der Ursache des Ödems und der Thorax-Radiographie erschweren eine zuverlässige Diagnose und Einschätzung des Schweregrads (2).

Aktuell werden die diagnostischen Kriterien der „Berlin-Definition“ angewendet.

ARDS

40 % aller ARDS-Fälle nicht rechtzeitig erkannt

Trotz der Fortschritte in Diagnose und Behandlung von ARDS zeigt die aktuelle Studienlage die Herausforderungen auf. Nur etwa 60% der ARDS-Fälle werden erkannt (3). Die Sterblichkeit bei schwerem ARDS liegt bei rund 46% (3). Prof. Dr. Bein vom Universitätsklinikum Regensburg unterstreicht die hier skizzierte Problematik: „ARDS ist ein Syndrom, keine klar definierte Erkrankung, die Berlin-Definition bleibt an der Oberfläche“ (4). ARDS wird weltweit noch immer zu selten erkannt, unterbehandelt und ist mit einer hohen Sterblichkeitsrate verbunden (1,5). Die aktuelle Datenlage zeigt Verbesserungspotenzial in der Behandlung von ARDS-Patienten auf (6).

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(1) Matthay MA, Zemans RL, Zimmermann GA et al., Acute respiratory distress syndrome, Nat Rev Dis Primers. 2019 Mar 14;5(1):18)

(2) Fan E, Brodie D, Slutsky AS. Acute Respiratory Distress Syndrome: Advances in Diagnosis and Treatment. JAMA. 20. Feb 2018;319(7):698-710.

(3) Bellani G, Laffey JG, Pham T, et al. LUNG SAFE Investigators; ESICM Trials Group. Epidemiology, Patterns of Care, and Mortality for Patients With Acute Respiratory Distress Syndrome in Intensive Care Units in 50 Countries. JAMA 2016, Feb 23;315(8):788-800.

(4) Beitrag vom DIVI-Kongress 2017, Prof. Dr. Thomas Bein, https://www.divi.de/kongress/kongressbeitraege-vortraege-intensivmedizin/divi2017/08-12-2017/ards-2017/768-171208-kongressbeitrag-bein-aetologie-pathophysiologie-definition-und-outcome-was-hat-sich-geaendert/file, abgerufen am 23.09.2019

(5) Confalonieri M, Salton F, Fabiano F, Acute respiratory distress syndrome, Eur Respir Rev. 2017 Apr 26;26(144)

(6) Dodoo-Schittko F, Brandstetter S, Brandl M et al., Characteristics and provision of care of patients with the acute respiratory distress syndrome: descriptive findings from the DACAPO cohort baseline and comparison with international findings. J Thorac Dis. 2017 Mar;9(3):818-830.