Infektionen von Gefäßprothesen – Ein Update

Gefäßprotheseninfektionen können zu großen Gewebs- und Funktionsverlusten, Sepsis und Multiorganversagen sowie zu Mortalitäts- und Amputationsraten von bis zu 50 % führen. Deren Prävention ist viel diskutiert und es gibt nach wie vor Unsicherheiten.

Hemabridge-vascular-graftNach aktuellen Erkenntnissen sollten Konzepte zur präoperativen Dekolonisation universell ausgerichtet sein und auch ubiquitär vorkommende Erreger wie Staphylococcus epidermidis und andere biofilmbildende potentiell pathogene Staphylokokken erfassen. Die Prävention von Gefäßprotheseninfektionen kann aber nur mit interdisziplinärem Team-Work gelöst werden.

Ebenso die Behandlung, die auf einem konsistent durchgeführten Maßnahmenbündel basieren und für jeden Patienten maßgeschneidert sein sollte. Erfolgsfaktoren sind die Kenntnis vieler Behandlungsoptionen und Erfahrung mit dem Prothesenmaterial. Die mikrobiologische Diagnostik und deren Zeitpunkt sind für eine sachgerechte und verantwortungsvolle Antibiose entscheidend. Eine Schlüsselfunktion in der erfolgreichen Behandlung von Gefäßprotheseninfektionen nehmen synthetische antimikrobielle Silber-Triclosan-Grafts ein.

Solche Ansätze ermöglichen die Behandlung komplexerer Fälle und eine Verbesserung des Outcomes. Eine eigens etablierte interdisziplinäre Teamstrategie konnte der Universität Bordeaux zu einer Senkung der Mortalitätsrate im Krankenhaus um 11 % und der Reinfektionsraten um 36 % verhelfen.

Erfahren Sie mehr zur Prävention, Diagnostik und Behandlung von Gefäßprotheseninfektionen!

Kongressnotiz der Dreiländertagung DGG, ÖGG, SGG in Mannheim vom Oktober 2019
Zusammenfassung der Vorträge von Prof. Dr. Axel Kramer (Greifswald), PD Dr. Markus Steinbauer (Regensburg) und Dr. Xavier Berard (Bordeaux).

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