Wenn der Patient seine Beatmung selbst steuert: NAVA

Kein Atemzug ist gleich. Atemmuster und Atemanstrengungen unterliegen einer natürlichen Variabilität, der konventionelle Beatmung nicht gerecht werden kann.

Bei der normalen Atmung beginnt ein spontaner Atemzug mit einem Impuls, der von den Atemzentren im Gehirn ausgelöst wird. Dieser Impuls wird dann über den Zwerchfellnerv übertragen und aktiviert das Zwerchfell elektrisch, was zu einer Muskelkontraktion führt.

Hier setzt das Konzept der neural regulierten Beatmungsunterstützung (NAVA/NIV-NAVA, Neurally Adjusted Ventilatory Assist) an. NAVA/NIV-NAVA ist ein Beatmungsmodus, bei dem das Timing und die Menge der Beatmungsunterstützung durch den neuronalen respiratorischen Antrieb des Patienten gesteuert wird. Nicht das Beatmungsgerät, sondern der Patient selbst reguliert damit die Beatmung: Einleitung, Beendigung und Größe des Atemzugs, Einatmungszeit, Atemfrequenz und Spitzendruck.

NAVAEdi – Das Vitalzeichen der Atmung

NAVA kann sowohl nicht-invasiv als auch invasiv für Beatmung, Entwöhnung und Sedierungsmanagement eingesetzt werden.

Die bettseitige Überwachung von Edi ist darüber hinaus ein nützliches Instrument zur Bewertung der Zwerchfellfunktion (1,2), des Atemmusters und der zentralen Apnoe. Ob ein Patient das Zwerchfell richtig trainiert, ist ohne Edi schwer feststellbar. Dies führt häufig zu der falschen Annahme, dass der Patient gut atmet, während ein vom Beatmungsgerät dominiertes Atmungsmuster durch Autotriggern oder Triggern durch die Interkostalmuskulatur aufrechterhalten wird. Edi kann somit auch zur Überwachung, Bewertung und Adaptierung der Beatmung sowie zur Optimierung von Koffein-Therapie (3), Sedierung (4) und Kangaroo-Care (5) eingesetzt werden.

Durch neural regulierte Beatmungsunterstützung ergeben sich Vorteile für alle Patientengruppen

Dank Edi und NAVA wird eine effektive Erfassung der Atmungsanstrengungen und eine rechtzeitige Reaktion auf sich ändernde Atmungsbedingungen bei allen Patientenkategorien sichergestellt. NIV NAVA funktioniert darüber hinaus auch unabhängig von undichten Patientenanschlüssen und kann so Atemversagen sowie Intubationen verhindern.(3,4,5)

Der große Vorteil, durch den sich NAVA/NIV-NAVA von allen anderen Beatmungsverfahren unterscheidet: Der Beatmungsmodus ist unabhängig von pneumatischen Triggern und gewährleistet eine nahezu perfekte Synchronisation zwischen Patient und Beatmungsgerät.

Die klinische Wirksamkeit von NAVA wird in der NAVIATOR-Studie belegt. Diese große unabhängige multizentrische Studie zeigt, dass durch den Einsatz von NAVA die Dauer der mechanischen Beatmung bei erwachsenen Patienten von 12 auf 8 Tage reduziert werden konnte, was einer Verkürzung von vier Tagen bzw. von fast 35 % entspricht.(6)

Die Vorteile von NAVA/NIV-NAVA im Vergleich zu konventionellen Verfahren:

  • Verbesserte Synchronität (7,8,11)
  • Reduzierte Atemarbeit WOB (7,12,13)
  • Protektive Tidalvolumina und inspiratorische Drücke (14,15,16,10)
  • Besserer Gasaustausch (9,10,17)
  • Weniger Sedierung (10,18,11)
  • Weniger Apnoen (11)
  • Erhöhter Komfort (9,18, 19)
  • Verkürzte Beatmungsdauer (10,19) und ITS-Aufenthalt (10,19)

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